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aktuelles Heft:
Themen
des "Dreigroschenheftes" 2/2008:
Inhalt:
Brecht
am Tegernsee,
Interview mit Sonja Kehler,
Vorbericht Notizbücher,
Unbekannte
Brecht-Bronze,
Neues aus dem Brecht-Archiv
und...
vieles mehr
Leseproben:
Zum Beispiel
: Das Zehnte Sonett
Zur Edition von Brechts Notizbüchern
Im
Mai 2008 erscheint der erste Band einer auf zwölf Bände
angelegten Gesamtedition der 54 erhaltenen Notizbücher Bertolt
Brechts, zu der
noch ein Ergänzungsband mit nur lose überlieferten Notizbuchblättern
und eine begleitende elektronische Edition mit zugehörigen
weiteren Dokumenten gehört. Alle Seiten werden reproduziert
und diplomatisch transkribiert, die Objekte und Papiere werden
exakt beschrieben, die Eintragungen extensiv und intensiv erläutert
und untereinander sowie mit anderen Dokumenten vernetzt. Ein Lesetext
wird nicht konstituiert. Dass bisher Unbekanntes und Ungedrucktes
aus dem Bertolt-Brecht-Archiv (BBA) allen Brecht- Forschern und
Brecht-Lesern willkommen sein wird, braucht nicht eigens betont
zu werden; es versteht sich von selbst. Begründet werden
muss die Neuedition dennoch. Etwa zwei Drittel bis drei Viertel
des Ganzen sind nämlich schon publiziert worden, zwar nicht
im originalen Kontext, aber immerhin als konstituierter Text irgendwo
schon einmal in irgend einem Zusammenhang gedruckt. Muss auch
das alles jetzt noch einmal erscheinen? Und muss es auf diese
aufwendige Weise geschehen? Ein Beispiel soll hier pars pro toto
den Nutzen der Ausgabe gerade auch bei scheinbar schon bekannten
Texten vor Augen führen. In Band 13 der Großen kommentierten
Berliner und Frankfurter Ausgabe der Werke Bertolt Brechts (BFA
oder GBA) (Gedichte und Gedichtfragmente 1913- 1927, S. 394) findet
sich das folgende Gedicht: DAS ZEHNTE SONETT
(mehr im neuen Dreigroschenheft)
Immer
gierig auf das Neue
Ein Interview zum 75. Geburtstag der Sängerin und Schauspielerin
Sonja Kehler
Frau
Kehler, Sie haben 1955 Ihr Studium an der Theaterhochschule Leipzig
begonnen. War damals in der Schauspielerausbildung schon von Brecht
die Rede?
Ja,
ich hatte Glück, denn ich gehörte zu einer Gruppe von
Studenten, die damals gegen die veralteten Lehrinhalte sehr rebelliert
haben. Wir waren nur sieben in unserem Jahrgang, und da sie uns
ja nicht alle herauswerfen konnten, wurde uns die Möglichkeit
gegeben, etwas anderes zu probieren. Einer meiner Mitstudenten
war Wolfgang Dehler, der später als Schauspieler sehr erfolgreich
war, der damals aber unbedingt Regie führen wollte. Und er
hat dann mit uns "Der gute Mensch von Sezuan" inszeniert.
Das war das erste Mal, dass ich die Shen Te gespielt habe, also
noch an der Hochschule. Außerdem gab es ein Ausbildungsfach,
wo man die Lieder der drei Brecht-Komponisten Weill, Eisler und
Dessau studieren konnte. Das war bei Chris Baumgarten, die Dozentin
für Musik war. Sie arbeitete sehr eng mit Ilse Loesch zusammen,
die Bewegung und Körperausdruck unterrichtete. Von diesen
beiden habe ich unendlich viel gelernt, eigentlich das, wovon
ich auch heute noch lebe, was ich natürlich weiterentwickelt
habe: Das ist eine bestimmte Art zu singen, eine bestimmte Körperlichkeit
im Zusammenhang mit Stimme, die natürlich viel mit Brecht
zu tun hat.
Nach
dem Studium hatten Sie sehr schnell Erfolg als Schauspielerin
Zuerst
war ich am Theater Neustrelitz, da bin ich schon nach kurzer Zeit
weggelaufen, obwohl ich eigentlich hervorragende Rollen bekam.
Dann wurde ich nach Brandenburg geholt, um wieder die Shen Te
in "Der gute Mensch von Sezuan" zu übernehmen.
Das war eine sehr erfolgreiche Inszenierung, da kam sogar Helene
Weigel und sah sich das an. In Karl-Marx-Stadt (Chemnitz) habe
ich lange die Eliza Doolittle in "My Fair Lady" gespielt,
aber auch mit großem Erfolg die Jenny in der "Dreigroschenoper"
und die Grusche im "Kaukasischen Kreidekreis".
1967 habe ich dann beim Chanson-Wettbewerb der DDR den Sonderpreis
des Rundfunks gewonnen, und der gab mir so ein Entrée in
die Musikszene: Ich machte Rundfunkaufnahmen, und zwei junge Komponisten,
Tilo Medek und Manfred Schmitz, schrieben ein eigenes Programm
für mich, auf Texte, die ich selbst aussuchen konnte. Das
erste Konzert war in Leipzig, und es gab gleich einen Skandal
Es war eigentlich die alte Streitfrage: Darf man zeitgenössische
E-Musik mit U-Musik kombinieren - und dann auch noch von einer
Schauspielerin singen lassen? Dieser Skandal hat mir ungeheuer
genutzt, denn plötzlich bekam ich sehr viele Angebote. Und
so fing ich an, eigentlich das zu machen, was mir wirklich Vergnügen
verschafft: Ich war selbst verantwortlich für das, was ich
machte, und konnte mir die Partner aussuchen. Und es gab für
mich gar keinen Grund mehr, in ein festes Engagement ans Theater
zurückzukehren.
(mehr
im neuen Dreigroschenheft)
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