Mit der Figur des Herrn Keuner, manchmal auch nur Herr K. genannt, hat sich Brecht erstmals Ende der zwanziger Jahre beschäftigt: Eine Auswahl von elf dieser Geschichten, die – wie der Haupttitel andeutet – sowohl von Herrn Keuner stammen als auch von ihm handeln können, sind 1930 in das erste Heft von Brechts Versuche-Reihe (seine erste Sammelausgabe) aufgenommen worden. Zwei Jahre später hat er diese im fünften Heft der Versuche (1932) durch eine weitere Auswahl von neun neuen Geschichten erweitert. Zu den ersten, 1929 entstandenen und 1930 publizierten Texten gehört z.B. Organisation: »Herr Keuner sagte einmal: ›Der Denkende benützt kein Licht zuviel, kein Stück Brot zuviel, keinen Gedanken zuviel.‹« Die vorliegende Ausgabe erhölt zum ersten Mal alle derzeit bekannten 121 geschichten vom Herrn Keuner in chronologischer Folge!