In diesem Buch wird Brechts gesellschaftskritischer Anspruch ernstgenommen und die Methode seiner Vereinnahmung für den derzeitigen Kulturbetrieb und den schulischen literarischen Kanon der Bundesrepublik vorgeführt. Brechts Position als Dichter, Kommunist und Agitator wird dabei als durchaus nicht frei von Widersprüchen deutlich. In ihrer Kritik beziehen die Autoren eindeutig Position gegen nationalistisches Denken, das Brecht selbst zu Recht "lästig" nannte. Dafür berücksichtigen sie einerseits bekannte Werke wie "Leben des Galilei", "Die Maßnahme", "Die Unwürdige Greisin", "Die Kriegsfibel" als auch weniger bekannte Texte wie "Das Manifest", das Gedicht "Was ein Kind gesagt bekommt" und die "Kinderhymne", die wiederholt als Alternative zur Nationalhymne im Gespäch war. Sie illustrieren zudem anhand ihrer analytischen Lektüre, wie mittels Kunstgenuss fundiert richtige Gedanken über Kapitalismus, Nationalismus und Moral vermittelt werden können.